Kurzanleitung und Hinweise für Kleingalvanikanlagen der Serie AFG-2988


Allgemeiner Hinweis:
Lesen Sie sich vor der ersten Inbetriebnahme des Gerätes Betriebsanleitung und Hinweise gründlich durch! Es wird davon ausgegangen dass der Geräteanwender bereits minimale Grundkenntnisse in der Galvanik besitzt und sich im Internet und in Fachbüchern, in Bezug auf sein Projekt weiter informiert. Das Gebiet der Galvanik ist zu groß und komplex, so das es in dieser Kurzanleitung zu weit führen würde, die genauen elektro- chemischen Vorgänge und Zusammenhänge mit wissenschaftlicher Genauigkeit zu erklären. Vieles was der Hobbygalvaniker wissen muss, lernt er am Besten beim Umgang und Experimentieren mit der praktischen Galvanik. Auf den Punkt gebracht heißt das: Learning by Doing (engl. für „Lernen durch ausprobieren“)
 
Allgemeines:
Mit den Kleingalvanikanlagen der Serie AFG-2988 können Sie vergolden, versilbern, verkupfern, vernickeln, verzinken, rhodinieren, elektrolytisch reinigen usw. Sie können damit alle im Hobbybereich denkbaren galvanischen Beläge auf Metalle und Nichtmetalle, schnell und sicher aufbringen. Mit unseren praktischen und handlichen Kleingalvanikanlagen können Sie im Handumdrehen Serien oder Einzelstücke im Tauchverfahren galvanisch beschichten. So lassen sich z. B. Antiquitäten, Modelle und Schmuck aufwerten und technische Elemente herstellen. Mit diesem Gerät wird eine 100% molekulare Verbindung erreicht, die einen hervorragenden Korrosionsschutz und optimale Leitfähigkeit bildet. Dieses Verfahren entspricht genau dem Verfahren welches auch in der Industrie angewandt wird, nur im kleinem Maßstab.
 
Zum Gerät:
Unsere Kleingalvaniken haben je nach Ausführung, bewährte Features wie z. B. Warenbewegung, zusätzliche Stromausgänge, analoge oder digitale Leuchtanzeigen für Volt und Ampere. Das Spannungsniveau ist bei den 2A Galvaniken von 0-15V und bei den 3-5A Galvaniken von 0-30V stufenlos regelbar. Die zwei digitalen Anzeigen für Spannung und Strom bei den 3-5A Geräten ermöglichen auch bei dunkleren Räumen eine gute Ablesegenauigkeit. Der Stromausgang beträgt je nach Geräteausführung, 2-5A. Die Ausgangsspannung kann über separate Regler, je einen für Grob- & Feinjustierung, stufenlos eingestellt werden.
Zur allseitigen und gleichmäßigen Beschichtung haben die Geräte je nach Ausführung, eine Warenbewegung mit saparaten An/Aus Schalter. Bei einer horizontalen Warenbewegung werden die angehängten Galvanisationsteile um ca. 30 mm nach links und rechts bewegt. Es findet also eine horizontale Gesamthubbewegung des Werkstückes um ca. 30mm entlang der Anoden statt. Dies ist vor allem bei stark hinterschnittenen Teilen, wie es beim Schmuck im Allgemeinen der Fall ist, sehr wichtig. Mit der Bewegung und gleichzeitiger Durchmischung des Bades, wird die beste Streuung der Metallionen auf das Galvanisationsobjekt gewährleistet. Es wird dadurch eine sehr viel bessere Oberflächenqualität als beim statischen Galvanisieren erreicht. Die zwei äußeren Anodenbrücken in der Kleingalvanik sind vertikal beweglich. Diese Brücken, mit den während des Betriebes eingehängten Anoden können um jeweils 1-6cm stufenlos den Objekt gegenüber gestellt werden. Somit ist es möglich aktiv die Stromstärke zu beeinflussen. Das heißt: wird die Anode weiter an das Objekt geführt erhöht sich die Stromstärke, wird sie weiter weggenommen sinkt sie.
Die Stromstärke kann nicht durch drehen des Amperepotentiometers verstärkt werden. Die anliegende Stromstärke kann nur begrenzt werden in dem das Strompotentiometer während der Galvanisation von rechts nach links gedreht wird. Wenn ein höherer Strom (Stärke) benötigt wird, muss der Widerstand verringert werden, das heißt entweder die Spannung (Voltzahl) erhöhen oder Anode und Kathode (Ihr zu galvanisierendes Teil) weiter zusammenführen. Dazu werden die Rändelmuttern durch Linksdrehung gelöst. Die Anodenbrücken werden auf entsprechenden Abstand gebracht und durch eine Rechtsdrehung wieder arretiert.
Alle Kleingalvaniken besitzen an der Vorderseite zusätzlich noch einen plus und minus Ausgang, der für den Betrieb eines Handgalvanisationsgerätes oder ganz einfach in der Werkstatt zur freien Verwendung genutzt werden kann. 

Hinweis:
Das Gerät ist nicht defekt, wenn nach dem Einschalten des Gerätes ohne Elektrolyt-, kein Zeigerausschlag an der Ampereanzeige, sondern nur an der Spannungsanzeige festgestellt wird. Die Stromstärke kann nur bei einem geschlossenen Stromkreislauf, zwischen Pluspol und Minuspol gemessen werden! Zum Test das die Ampereanzeige nicht defekt ist, kann man ohne Elektrolyt folgendes machen: Der Drehknopf des Voltmeters und des Amperemeters wird bei eingeschaltetem Gerät nach rechts gedreht. Anschließend werden mit einem Draht die Anodenbrücken oder die separaten Stromausgangsbuchsen kurzzeitig überbrückt dh. kurzgeschlossen. Es springt jetzt der Zeiger des Amperemeters ganz nach rechts auf Maximum. 
 
Zur Vorbereitung:
Stellen Sie das Gerät auf eine ebene, stabile Unterlage. Sorgen Sie durch öffnen von Fenstern ggf. für Lüftung. Eine gesonderte Absaugung während des Galvanisierungsvorganges ist nicht notwendig da die bei der Galvanisierung entstehenden Gase minimal und daher zu vernachlässigen sind. Stellen Sie den/die Elektrolytbehälter in die Mitte unter die Kathodenbrücke (- Minus) im Gerät. Schließen Sie die Netzleitung an eine 220V Steckdose mit Schutzkontakt an.
Durch eine mechanische und/oder chemische Bearbeitung bereiten Sie das Werkstück nun für die Galvanisation vor.
 
Zur Galvanisation:
1.Hängen Sie das gut vorbereitete Werkstück an die Kathodenbrücke/Warenbewegung (- Minus) in die Mitte des Gerätes, in eine Galvanikwanne. Die Wanne sollte so groß wie nötig aber so klein wie möglich sein. Nehmen Sie zum Befestigen des Objektes an der Kathodenbrücke den optional erhältlichen Titandraht, die Warengestelle oder Klemmen und achten Sie auf unbedingten Metallkontakt. Befüllen Sie die Galvanikwanne mit dem Elektrolyten, dessen Metall auch abgeschieden werden soll. Das zu galvanisierende Objekt sollte dabei vollständig mit dem Elektrolyten bedeckt sein. Klemmen Sie nun durch umbiegen der Edelstahllaschen, die dem Elektrolyten entsprechenden Anode/n an die Anodenbrücke links oder rechts. Bei allseitiger Galvanisierung mindestens an jede Anodenbrücke eine Anode, genau dem Objekt gegenüber. Bei einseitiger Galvanisierung wird nur eine Anode benötigt und zwar der Seite gegenüber, welche beschichtet werden soll. Dabei ist die Wahl der Anodenbrücken egal, denn sie sind beide stromführend. Das zu galvanisierende Objekt sollte im Idealfall flächenmäßig 1:1 von den Anoden abgedeckt werden, da nur so eine einwandfreie und gleichmäßige Metallionenstreuung gewährleistet wird.
2. Lösen Sie durch Linksdrehung der Rändelmuttern auf der rechten Seite des Gerätes, die beiden Anodenbrücken und schieben Sie die beiden Anodenbrücken mit den eingehängten Anoden so weit auseinander, dass diese den größten Abstand vom Galvanisationsobjekt haben.
4. Schalten Sie den Gleichrichter am Hauptschalter ein.
5. Wichtig! Drehen Sie wenn vorhanden, den Drehknopf des Amperemeters ganz nach rechts auf Maximum!
6. Drehen Sie nun den Knopf des Voltmeters nach rechts auf die Spannung die für den Elektrolyten vorgegeben ist.
7. Schieben Sie die Anodenbrücke/n an das Galvanisationsobjekt bis sich dort kleine Bläschen bilden.
8. Jetzt die Anodenbrücke/n soweit wieder zurücknehmen bis sich gerade keine Bläschen mehr bilden. Dies ist notwendig, weil an den Stellen an denen sich Bläschen also Gas befinden, keine Metallionen anlagern können und dadurch keine oder nur eine fehlerhafte Galvanisation stattfinden kann. Es ist also bei der Einstellung der Anoden wichtig den Punkt vor der Bläschenbildung zu finden.
9. Nachdem Sie den Abstand gefunden haben, werden die Rändelmuttern der Anodenbrücken durch eine Rechtsdrehung wieder arretiert.
 
Während der Galvanisierung können sich elektrischen Werte durch verschiedene Faktoren verändern, deshalb immer den Galvanisationsfortschritt beobachten, und gegebenenfalls nachregeln! Möglicherweise ist Ihr Objekt größer, als die verfügbare Stromstärke. In diesem Fall dauert der Galvanisationsprozess nur länger - hat aber keinen Einfluss auf die Qualität des Ergebnisses.
Bei Bedarf schalten Sie je nach Ausführung des Gerätes, die Warenbewegung an dem beleuchteten Kippschalter Ein/Aus oder drehen bei Geräten ohne Warenbewegung das Objekt per Hand von Zeit zu Zeit ein wenig in Uhrzeigerichtung, damit an allen Stellen gleichmäßig galvanisiert werden kann. Bei der Quantität der Metallabscheidung gilt im Allgemeinen; je länger das Werkstück sich im Galvanikbad befindet und galvanisiert wird, umso dicker wird auch die darauf abgeschiedene Metallschicht. Die dabei erzeugte Oberflächenqualität und Dicke richtet sich aber immer nach dem verwendeten Elektrolytbad und der Oberflächenbeschaffenheit des zu galvanisierenden Stückes vor der Beschichtung. Löcher und Kerben können nicht überdeckt werden. Das heißt: eine glatte Fläche wird nach der galvanischen Veredlung wieder glatt und eine raue Fläche wieder rau sein. Sie wird in Ihrem Beschaffenheit und Glanz wieder so aussehen, wie sie vorher aussah nur nach der Galvanisation in der Farbe des aufgebrachten Metalls. Wenn der Elektrolyt es zulässt, wird bei einer gewünschten dickeren Abscheidung, in mehreren Intervallen galvanisiert. Beispiel: 3x15 Minuten. Nach jedem Intervall wird das Werkstück kontrolliert, ggf. poliert und in einem Wasserbad zwischengespült. Es wird dabei immer Nass in Nass mit Schutzhandschuhen gearbeitet.
Der Gleichrichter ist zwar kurzschlussfest, aber achten Sie bitte darauf, dass sich bei der Arbeit das Objekt als Kathode und die Anode/n nicht berühren. Dies kann durch den entstehenden Überstrom zu sogenannten „Verbrennungen“ also Verfärbungen am Objekt führen. Wenn es platzmäßig zu eng wird, kann die  Anode mit einem optionalen Schutzgitter versehen werden. Nach Galvanisationsende wird der Hauptschalter wieder ausgeschalten und das Gerät vom Stromnetz getrennt.
 
Zusammenfassende Arbeitsschritte:

1.Mechanische Vorbereitung des Werkstückes: Entlacken, Entrosten, Schleifen, Bürsten, Sandstrahlen, Hochglanzpolieren, danach Spülen.
2.Chemische Vorbereitung des Werkstückes: Entfetten, Aktivierung, danach Spülen.
3.Das eigentliche Galvanisieren: Verzinken, Verkupfern, Vernickeln, Verchromen, Vergolden, Versilbern, danach Spülen.
4.Nachbehandlung: das fertige Werkstück versiegeln, wachsen, lacken usw.

Spannungsangaben für die angebotenen Elektrolyte von FERROINSTANT:
Kupferbad Sauer Tauchgalvanik 1,5-2,3V Stiftgalvanik 2-2,3V,
Kupferbad Alkalisch Tauchgalvanik 2-4,5V Handgalvanik 2-4V,
Nickelbad Hochglanz Tauchgalvanik 5-15V Handgalvanik 8-14V,
Nickelbad Matt Tauchgalvanik 2-4V,
Zinknickelbad Hochglanz Tauchgalvanik 1,5-2,0V Handgalvanik 1,5-2,0V,
Zinknickelbad Seidenmatt Tauchgalvanik 1,5-2,5V Handgalvanik 1,5-2,2V,
Chromelektrolyt Tauchgalvanik 1,5-2,0V Handgalvanik 1,5-2,0V,
Goldelektrolyt 6V.
Beachten Sie zusätzlich noch die Beschreibung und Hinweise zu diesem Thema auf der Angebotsseite des Artikels.


Kurzcharakteristiken der angebotenen Modelle:

Modell

Maximaler
Ausgangsstrom

Galvanisierbare
Objektgröße-
Mittelmaße

Mögliche
Wanne/n
GB-111

Mögliche
Wanne/n
GB-112

Mögliche
Wanne/n
GB-113

Mit
Warenbewegung

AFG-2988/2A MONO analog
Art.Nr. 6-004

2A

ca.60cm²

ja

ja

nein

nein

AFG-2988/3A MONO digital 
Art.Nr. 6-005

3A

ca.90cm²

ja

ja

nein

nein

AFG-2988/2A  EXELLENT
Art.Nr. 6-007

2A

ca.60cm²

ja

ja

nein

nein

AFG-2988/W2A PERFECT
Art.Nr. 6-008

2A

ca.60cm²

ja

ja

nein

ja

AFG-2988/W3A PREMIUM
Art.Nr. 6-010

3A

ca.90cm²

ja

ja

nein

ja

AFG-2988/W5A PRESTIGE
Art.Nr. 6-025

5A

ca.150cm²

ja

ja

ja

ja



Sicherheitshinweise:
- Das Gerät darf nur an ein Stromnetz angeschlossen werden, dessen Spannung, und Frequenz mit den Angaben auf dem Typenschild des Gleichrichters übereinstimmen.
- Den Netzstecker nie an der Zuleitung (Kabel) aus der Steckdose ziehen!
- Das Gerät nicht in Betrieb nehmen wenn die Zuleitung beschädigt ist, das Gehäuse oder andere sichtbare Beschädigungen aufweist.
- Sich bewegende oder stromführende Teile sind aus funktionellen Gründen nicht abgedeckt, seien Sie deswegen vorsichtig.
- Verwenden Sie beim Umgang mit Elektrolyten Schutzhandschuhe und passende Kleidung.
- Das Gerät sofort bei Rauch oder brenzligen Geruch ausschalten.
- Vor Wartung oder Reinigung darauf achten, das das Gerät ausgeschaltet und der Netzstecker gezogen ist.
- Reparaturen an diesem Gerät dürfen nur von Fachkräften durchgeführt werden. Durch unsachgemäße Eingriffe können erhebliche Gefahren entstehen. Wenden Sie sich bei einer nötigen Reparatur an Ihren Händler oder den Hersteller.
- Greifen Sie nicht in die Elektrolytflüssigkeit.
- Sorgen Sie für ausreichende Lüftung, nicht rauchen oder essen. Halten Sie das Gerät von Kindern fern
- Bei Nichtgebrauch verwahren Sie bitte den Elektrolyt im Originalbehälter oder in einem geschlossenem, dunklen Gefäß auf.
 
 Allgemeine Hinweise:

- Gerät und Wannen nur mit Spülmittel und Wasser säubern. Keine Lösungsmittel verwenden. Säubern Sie nach Verwendung des Gerätes die Galvanisierwanne/n und Anode/n. Die Anoden werden nach Bedarf mit unseren Schleifpads oder Stahlwolle der Größe 0 gesäubert.
- Wenn keine Stromstärke, bzw. die Stromdichte erreicht wird: Elektrolyt erneuern, Anode, Kathode oder Kontakte reinigen und überprüfen
- Blättert die aufgebrachte Galvanikschicht ab, war eventuell das Objekt nicht genug entfettet oder die Stromdichte zu hoch
- Sieht die aufgebrachte neue Galvanikschicht dunkel oder braun aus, war eventuell der Strom zu hoch
- Ist der Überzug rau und porig, ist das Bad verunreinigt, Bad säubern oder ersetzen
 

 So wird
Antikes wieder schön und altes wieder glänzend
… innovativ und effektiv ...


 

Galvanisieren ist trotz Niedrigspannung nicht ungefährlich und kann bei unsachgemäßer  Durchführung, gesundheitliche Folgen haben! Die Benutzung des Galvanisationsgerätes erfolgt auf eigene Gefahr. Ferroinstant übernimmt keine Haftung für Schäden jeglicher Art

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